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Personaldienstleistung 4.0 – warum Recruiting die Digitalisierung braucht

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Die „Digitale Transformation“ als Buzzword geistert in Führungsetagen weltweit herum. Viele Unternehmen haben den Wandel bereits als Herausforderung und Chance zugleich angenommen. Doch im Recruiting besteht häufig noch eine große Skepsis gegenüber der Digitalisierung. Spätestens mit der Corona-Pandemie sollte auch in der Personaldienstleistung das Signal für die Optimierung des eigenen Geschäftsmodell hin zu einem digital geprägten Ansatz gekommen sein. Wir zeigen Ihnen, warum.

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Deutschland hinkt bei der Digitalisierung hinterher – aber nicht der Bedarf

Die Bundesrepublik hat weltweit immer noch einen guten Ruf als Land der Innovationen und des starken Mittelstands. Tatsächlich gibt es aber Bereiche, in welchen das Land der Dichter und Denker gehörigen Nachholbedarf hat. Das beginnt bereits im privaten Bereich. So rankt Deutschland im Digital Quality of Life Index auf Platz 16. Für die Indexerstellung wurden u.a. die Internetgeschwindigkeit sowie digitale Infrastruktur berücksichtigt. Hier hinkt Deutschland sogar wirtschaftlich weit schwächeren Kandidaten wie Rumänien oder Tschechien hinterher.

Diese Schwachstelle wurde durch die Corona-Pandemie wie unter einer Lupe nochmals hervorgehoben. So haben über 90 Prozent der befragten Führungskräfte im Rahmen einer Erhebung des Thinktanks European Center for Digital Competitiveness bestätigt, dass Deutschland beim Thema „Digitalisierung“ abgehängt sei. Beklagt wird vor allem die mangelnde Unterstützung seitens der Politik. Selbst offensichtlich gute Nachrichten wie der „Digitalisierungsschub durch Corona“ wurden u.a. vom Branchenverband bitkom relativiert. Eine Erhebung des Branchenverbands aus dem November 2020 hat zwar gezeigt, dass durch die Corona-Krise acht von zehn Unternehmen der Digitalisierung mehr Bedeutung beimessen. Doch nur ein Viertel der befragten Unternehmen sieht sich selbst als Vorreiter beim digitalen Wandel.

Was ergibt sich dadurch für die Wirtschaft? Sie sollte sich nicht auf Fördermaßnahmen der Politik verlassen, sondern selbst den Wandel angehen. Denn der Bedarf an digitalem Wandel ist groß und der Markt wird langfristig darüber entscheiden, wer weiterhin erfolgreicher Akteur bleibt und wer nicht.

 

Warum die Digitalisierung der Personalberatung unabwendbar ist

Die Personalberatung erfreut sich in Zeiten großen Fachkräftemangels großer Nachfrage. Die meisten Unternehmen können mit einem jährlichen Umsatzwachstum rechnen. So wird allein für die Personalbranche in Deutschland ein Umsatz von knapp 40 Milliarden Euro im Jahr 2021 prognostiziert. Allerdings sorgt diese positive Entwicklung allzu häufig dafür, dass Firmen keinen Anlass für eine taktische oder strategische Optimierung sehen. Sie machen weiter wie bisher.

Diese Ruhe vor dem Sturm ist so lange gegeben, wie alle Marktteilnehmer sich in den bekannten Bereichen ohne digitale Assets bewegen. Doch wenn tatsächlich erste Disruptoren auf dem Markt für Personaldienstleistungen auftauchen und die Branche schnell umkrempeln, ist die Zeit für einen strukturierten digitalen Wandel noch knapper.

Es gilt also, Innovationen rechtzeitig zu identifizieren und sinnvolle Veränderungen anzustoßen. Nur so lassen sich auch neue Wachstumsfelder erschließen, ohne dass das bisher erfolgreiche Geschäftsmodell vernachlässigt werden muss.

Recruiting im digitalen Zeitalter kann sich der Digitalisierung nicht verschließen. Jedes einzelne Unternehmen hat es in der Hand, wie es die Vorteile der digitalen Transformation in seine Geschäftsprozesse integrieren und sich damit einen Marktvorsprung sichern kann.

 

Digitales Recruiting bietet große Chancen

Die Herausforderungen im Recruiting steigen mit der stetigen wirtschaftlichen Entwicklung weltweit an. Da sich Berufe und einzelne Fachgebiete immer stärker diversifizieren, werden auch die Anforderungen an die jeweiligen Stellen immer komplexer und spezifischer. In diesem zunehmend komplexeren Umfeld können digitale Tools die Personalberatung effizienter machen:

 Die Analyse von Bewerberprofilen im Netz bietet umfassende Möglichkeiten, um die persönlichen Skills der Kandidaten einzustufen und um z.B. Bewerberinterviews noch besser auf die Kandidaten zuschneiden zu können.

  •   Digitales Projektmanagement hilft Recruitern dabei, wertvolle Zeit bei der Projektorganisation einzusparen. Dieser Zeitvorsprung ist z.B. für die Besetzung von Interim-Stellen ein deutlicher Wettbewerbsvorteil.
  •   Die Vorauswahl von Bewerbern lässt sich mit Hilfe digitaler Tools (z.B. E-Assessments), Künstlicher Intelligenz und Big Data automatisieren. So haben Personalberater mehr Zeit, um sich der finalen Auswahl von geeigneten Kandidaten zu widmen.
  •   Durch die Wahl digitaler Kanäle für die Bewerberansprache bewegen sich Recruiter im selben Umfeld von Digital Natives der Generation Y.
  •   Der Einsatz von Recruiting-Software ermöglicht eine bessere Analyse von Bewerbungs- oder Recruiting-Prozessen. Somit können Personaldienstleister ihre Arbeit kontinuierlich und datenbasiert verbessern.

Die Digitalisierung im Personalwesen versetzt Personalberater letztlich in die Lage, ihre eigenen Kompetenzen und ihre Erfahrung noch gezielter einzusetzen.

 

Der Mensch bleibt trotz digitaler Transformation im Zentrum

Ein wichtiger Hinderungsgrund für das Einläuten des digitalen Wandels besteht in der Furcht, dass digitale Helfer menschliche Arbeit ersetzen. Vermutlich liegt darin auch der zögerliche Umgang mit der Digitalisierung bei Personaldienstleistern zugrunde.

Doch tatsächlich geht es bei der „Personaldienstleistung 4.0“ nicht um eine Verdrängung der Personalberater oder -vermittler. Vielmehr sollte es das Ziel sein, sämtliche Schritte der HR-Wertschöpfungskette digital zu unterstützen, um die in der Personalbranche Arbeitenden bei ihrer täglichen Arbeit z.B. beim Active Sourcing zu unterstützen. Die gute Nachricht: Es gibt bereits viele Tools, um das Recruiting noch effizienter zu machen. Und es werden immer wieder neue digitale Helfer für Personaldienstleister entwickelt. Laut einer Erhebung der Personalberatung Robert Walters werden jedes Jahr rund zwei Milliarden Euro in die Entwicklung neuer HR-Software investiert.

Warum es in der Personalberatung immer noch Menschen braucht:

 Fachwissen und Erfahrung: Effiziente und innovative HR-Tools liefern die Grundlage für fundierte Entscheidungen im Personalbereich. Letztlich sind es aber die Erfahrung und die Expertise von Personalberatern, die Unternehmen dabei helfen, die passenden Kandidaten ins Vorstellungsgespräch einzuladen.

  •       Pflege der Bewerberpools: Recruiting Software bietet umfangreiche Möglichkeiten, um Bewerber anzusprechen und zu verwalten. Um Bewerbungsprozesse letztlich effizient und erfolgreich zu gestalten, bedarf es Menschen, welche diese Tools sinnvoll nutzen können.
  •       Direkte Kommunikation: Langfristig wird kein Recruiting-Tool das persönliche Gespräch am Telefon oder vor Ort ersetzen. Hierfür bedarf es menschliche Arbeitskraft. Die Tools können aber dabei helfen, diese Gespräche perfekt vorzubereiten.

Eine Tatsache ist, dass der persönliche Kontakt im Recruiting trotz Digitalisierung weiterhin essenziell bleibt. In einer Befragung des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater e.V. aus dem Jahr 2019 stimmen dieser These u.a. über 70 Prozent der befragten zu. Gleichzeitig bestätigten über 90 Prozent die Aussage, dass die Digitalisierung die Beratungstätigkeit von Personalberatern effizienter macht. Ebenfalls gaben über 90 Prozent der Studienteilnehmer an, dass Personalberater sich der digitalen Transformation stellen sollten, um nicht den Anschluss zu verlieren. Letztlich sahen die Studienteilnehmer vor allem die digitale Vernetzung als elementar für eine erfolgreiche Personalarbeit an.

 

Der digitale Wandel in der Personalbranche beginnt nicht mit dem Kauf von Tools, sondern im Kopf

Wer im Recruiting zukünftig softwaregestützt Entscheidungen treffen oder seinen Kandidatenpool webbasiert pflegen möchte, benötigt dafür zunächst das passende Mindset. Denn digitale Transformation bedeutet auch Offenheit gegenüber Veränderungen und die Bereitschaft, neue Fähigkeiten zu erlernen.

Letztlich erfordert die Digitalisierung von Personalberatern genau dieselben Skills, die auch von den vermittelten Bewerbern verlangt werden: Sie sollten sich zum einen auf die neue Technik einlassen und zum anderen auch die eingesetzten digitalen Tools bedienen können.

Dadurch ergibt sich ein neuer Vorteil für alle Personaldienstleister, die digitale Wege gehen: Sie können empathischer auf Bewerber und Unternehmen eingehen, die sich selbst in Change-Prozessen befinden. Die Beratung kann dadurch noch zielgerichteter und somit durch die Kombination Mensch und Maschine noch erfolgreicher ablaufen.

 

Fazit: Fachkompetenz plus digitale Tools für maximale Effizienz

Die Personaldienstleistung 4.0 ist keine von Bytes und Pixeln dominierte Branche. Vielmehr geht es hierbei um das perfekte Zusammenspiel aus Menschen und Tools.

Dabei profitieren vor allem die Personalberatungsunternehmen, die schon jetzt kompetente, empathische, erfahrene und analysefähige Mitarbeitende beschäftigen. Denn in einem zunehmend kompetitiveren und komplexeren Marktumfeld können diese Dienstleister ihre persönlichen Kompetenzen mit digitalen Assets zur maximalen Effizienz ausbauen.

Mit Bullhorn setzen Sie dabei auf intelligente, innovative, cloudbasierte HR-Software, die Ihre Services als Personaldienstleiter oder das Sourcing als Unternehmen perfekt ergänzt und die Bewerbersuche und -vermittlung nachhaltig zum Erfolg führen kann. Ein messbarer Wettbewerbsvorteil, den auch Sie nutzen sollten.

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