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Wie KI die Personalbranche verändert hat – Status Quo und Ausblick

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Bullhorn arbeitet mit vielen verschiedenen Technologiepartnern in der Region Europa, Naher Osten, Afrika (EMEA) zusammen, die Softwarelösungen für die Personaldienstleistungsbranche entwickeln. In dieser Blogserie veröffentlichen wir Beiträge unserer Partner. Für diesen Artikel haben wir Gerard Mulder, CEO von Textkernel, gebeten, mit uns seine Vision davon zu teilen, wie KI die Personaldienstleistungen verändert hat.


Das Unternehmen Textkernel gibt es mittlerweile seit 20 Jahren. Welche Entwicklungen gehören zu den interessantesten, die Sie während dieser Zeit verfolgen durften?

Mit einem Wort: Es ist die Digitalisierung. Wir haben live miterlebt, wie die Personalbranche ins digitale Zeitalter aufgebrochen ist, angefangen bei Online-Bewerbungen bis hin zur heute zentralen der Rolle des Internets für die Personalbeschaffung. 

Wenn ich an unsere ersten Kunden denke, erinnere ich mich gut an ein Treffen mit einem der Early Adopter unserer Lösungen. Das war eine global agierende Firma für Personaldienstleistungen. Vor 18 Jahren hatten sie gerade einmal damit angefangen, Bewerbungsunterlagen auch online anzunehmen. Das Problem bestand darin, dass so nur 1 Prozent der Bewerber tatsächlich vermittelt werden konnten. Das Hauptproblem daran: Die Personalvermittler fühlten sich vom gesamten Prozess ausgeschlossen und hatten das Gefühl, den direkten Bezug zu den Bewerbern verloren zu haben. Außerdem war es sehr zeitaufwändig, Datensätze mit Bewerberdaten in deren System zu integrieren. Und da die Vermittlungsquote bei Online-Bewerbungen ohnehin sehr niedrig war, lohnte sich das also nicht. 

Die Lösung bestand darin, die Daten der Bewerber und die Terminkoordination mit passenden Personalvermittlern an einer zentralen Stelle zu bündeln und hierfür u.a. eine automatisierte Lebenslaufanalyse sowie ein Tool zur Weiterleitung der Bewerber einzusetzen. In der Folge stieg die Vermittlungsquote von Online-Bewerbern sprunghaft an.

Im Wesentlichen erlebte Textkernel damals vor allem, dass neue Technologien nur sehr zögerlich angenommen wurden. Das lag vor allem daran, dass sich die Mitarbeiter vom Prozess ausgeschlossen fühlten und gefühlt keine Verbindung mehr zu ihren Bewerbern hatten. Das ist auch heute noch so. Unternehmen müssen ihren Teams die Welt der KI näherbringen und das Verständnis dafür erhöhen, wie neue Technologien ihnen helfen können, effektiver und effizienter zu arbeiten sowie Bewerber und Kunden noch zielführender zusammenzubringen. 

Die Philosophie von Textkernel bleibt immer dieselbe: KI-Lösungen für Menschen zu entwerfen und zu entwickeln. Wir sind davon überzeugt, dass der Wert von KI vor allem darin besteht, dass Unternehmen ihre Mitarbeitenden noch besser für besonders wichtige und wertvolle Arbeitsschritte einsetzen können, z.B. um die Beziehungen zu Kunden und Bewerbern zu optimieren und auszubauen. Dafür müssen Daten nicht manuell eingetragen und verarbeitet werden. Stattdessen lassen sich diese Schritte automatisieren, was die ohnehin begrenzte Arbeitszeit und Ressourcen spart. 

Ganz konkret hat KI einen erheblichen Einfluss auf eine Vielzahl von KPIs, die für Kunden wichtig sind. Hierzu gehören die Zeit bis zur Einstellung, Erfüllungsraten, die Candidate Experience  ebenso wie Produktivitätskennzahlen, z.B. die Wettbewerbsfähigkeit usw. 

Die positiven Auswirkungen auf die KPIs der Kunden wurden durch eine Vielzahl von Softwarelösungen erreicht, die auf Natural Language Processing beruhen, einschließlich Datenerfassung (Parsing), Kandidatensuche und Matching. Insbesondere das Parsing ist ein wichtiger erster Schritt für Agenturen, um die Verarbeitung von sehr vielen Bewerberdatensätzen auf einmal zu automatisieren und mit diesen Daten eine wertvolle Datenbank zu erstellen, auf die das Unternehmen später zugreifen kann.

Welche zukünftigen Entwicklungen wird es noch geben?

Wenn es in den letzten 20 Jahren darum ging, digitale Technologien und KI zu integrieren, um die tägliche Arbeit effektiver und effizienter zu machen, wird es in der nächsten Automatisierungswelle darum gehen, mit Hilfe von KI noch bessere und schnellere strategische Entscheidungen zu treffen. 

Textkernel geht davon aus, dass sich vor allem die Unternehmen vom Wettbewerb abheben, die KI in Schlüsselphasen ihrer Strategieentwicklung und deren Umsetzung einsetzen und so einen höheren Geschäftswert erzielen, den sie an ihre Kunden weitergeben können. Die Gewinner der gesamten Entwicklung haben dann nicht nur neue Technologien eingeführt, sondern ihre Mitarbeitenden auch wirklich davon überzeugt, wie und warum diese Tools sie nachhaltig bei ihrer Arbeit unterstützen. 

KI wird sich vom reinen Werkzeug zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung zu einer unverzichtbaren strategischen Ressource entwickeln, mit deren Hilfe sich Entwicklungen vorhersagen lassen. Mitarbeiter und KI-basierte Analysen können z.B. gemeinsam mögliche Strategien zur Personalbeschaffung für Agenturen entwickeln, um so für einen sicheren Nachschub an Bewerbern zu sorgen. Indem KI bei der vorausschauenden Karriereplanung unterstützt oder andere datengesteuerte Erkenntnisse liefert, können Agenturen noch strategischer agieren und vorausschauender arbeiten. Das verhilft ihnen zu einem deutlichen Wettbewerbsvorteil und liefert für deren Kunden einen unschätzbaren Mehrwert.  

Es wird außerdem wichtig sein, dass KI-Technologien eingesetzt werden, um z.B. hervorstechende Fähigkeiten von Bewerbern innerhalb eines Talentpools zu identifizieren und diese Erkenntnisse schließlich für die Qualifizierung der Bewerber einzusetzen. Auf diese Weise lassen sich Bewerber noch zielgerichteter in Bezug auf die Anforderungen der Kunden vermitteln.

Letztlich wird KI Dienstleistern dabei helfen, ihr Geschäftsmodell noch stärker auf die Beratung auszurichten. Agenturen, die sich darauf einlassen, werden ihr bisheriges Geschäftsmodell noch erweitern können, indem sie zusätzliche Dienstleistungen anbieten, die über die reine Personalvermittlung hinausgehen. Sie können z.B. Schwankungen auf dem Arbeitsmarkt prognostizieren und diese Daten in die Recruiting-Strategie der Kunden einfließen lassen.

In diesem Jahr feiert Textkernel sein 20-jähriges Bestehen. Wir freuen uns auf die nächsten 20 Jahre, in denen wir KI-Lösungen für zukunftsorientierte Agenturen weltweit entwickeln und bereitstellen. 

 


Über den Autor: Gerard Mulder ist Chief Executive Officer von Textkernel. Er ist seit über 15 Jahren im Unternehmen und war einer der ersten im Team von Textkernel. Mulder verfügt über fundierte Kenntnisse darüber, wie KI Personaldienstleistungen revolutionieren kann. Mit seiner Begeisterung für Fortschritt, KI und Daten, gepaart mit einem ausgeprägten Verständnis für die Bedürfnisse des Marktes, möchte er aktiv die Zukunft der Branche verändern. Folgen Sie Gerard auf LinkedIn. 

Über Textkernel: Textkernel arbeitet mit über 1.000 Unternehmen, Personaldienstleistern und HR-Software-Anbietern weltweit zusammen Zu den Kunden gehören Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen. Allen stellt Textkernel Lösungen auf Basis der neuesten KI-Technologie zur Verfügung – unter anderem mehrsprachiges Parsing, semantisches Searching & Matching sowie detaillierte und aktuelle Arbeitsmarktdaten.

Die gesamte Suite von Textkernel ist für Kunden von bullhorn sofort verfügbar. Nehmen Sie Kontakt zu Textkernel auf, um weitere Informationen und eine persönliche Demo zu erhalten.

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