KI verbessert Geschwindigkeit und Reaktionsfähigkeit
Talente erleben, dass das Zusammenspiel von Recruitern und KI zu schnelleren Rückmeldungen und mehr Transparenz im Bewerbungsprozess führt. Besonders schätzen sie die Geschwindigkeit, Klarheit und verlässliche Kommunikation. Da KI den Prozess in jeder Bewerbungsphase beschleunigen kann, adressiert sie genau die Punkte, die Talente bei ihrer Jobsuche häufig kritisiert haben. Einige Personalvermittlungen gehen noch einen Schritt weiter und schaffen auch für jene Bewerber:innen einen konkreten Mehrwert, die am Ende nicht vermittelt werden. Avenica beispielsweise erstellt detaillierte Kompetenzanalysen und Empfehlungen. Den daraus entstehenden Report erhalten alle Kandidat:innen, unabhängig vom Ausgang des Bewerbungsprozesses. Das Feedback darauf sei überaus positiv.
Chatbots sorgen für schnellere Rückmeldungen und mehr Klarheit
Bei Chatbots schätzen Talente vor allem zwei Dinge: die Geschwindigkeit und die Transparenz im Prozess. Sie erhalten schnell eine Rückmeldung und wissen besser, wo sie im Bewerbungsprozess stehen.
Gerade in der ersten Screening-Phase leisten Chatbots einen wichtigen Beitrag. Sie ermöglichen eine zügige Vorauswahl und verkürzen den Weg zum persönlichen Gespräch.
Damit verbessern sie genau jene Aspekte, die in der Vergangenheit häufig bemängelt wurden: lange Wartezeiten, fehlende Rückmeldungen und mangelnde Transparenz.
Der Einsatz von KI kann den Anteil sehr zufriedener Kandidat:innen verdoppeln
Eine der auffälligsten Erkenntnisse des diesjährigen Reports: Talente, die innerhalb des Recruiting-Prozesses mit KI in Berührung gekommen sind, zeigen sich in vielen Phasen deutlich zufriedener.
Je nach Phase bewerten 65 bis 81 % der Talente mit KI-Erfahrung ihre Zufriedenheit mit mindestens vier von fünf Punkten. In manchen Phasen steigt der Anteil an der Höchstwertung von fünf Punkten deutlich.
Insgesamt zeigt sich damit ein klares Muster: Talente, die bereits erlebt haben, wie KI sie im Bewerbungsprozess unterstützen kann, bewerten auch ihre Candidate Experience häufig positiver. Allerdings hinkt auch dieser Trend noch der Entwicklung in Nordamerika hinterher.
Weitere Einblicke zu den GRID 2026 Talent-Trends gibt es hier:
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Talente in DACH insbesondere die Sorge beschäftigt, dass eine Technologie über ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt entscheidet. Genau hier sind Transparenz seitens der Personalberatungen und menschliche Kontrolle entscheidend.
Mehrere Führungskräfte aus der Personaldienstleistungsbranche berichten, dass sie deshalb auch Grenzfälle bewusst prüfen und Potenzial nicht allein anhand festgelegter KI-Kriterien bewerten. Für das Vertrauen der Talente ist es wichtig, nachvollziehbar zu machen, wie KI eingesetzt wird – und deutlich zu kommunizieren, dass Menschen weiterhin Teil des Entscheidungsprozesses bleiben.
Was Talente außerdem beschäftigt
Für den vorliegenden Report wurden erstmals nicht nur Vertreter:innen aus der Personalvermittlungsbranche, sondern auch Jobsuchende direkt befragt. In den Gesprächen zeigten sich ähnliche Herausforderungen.
Bewerber:innen empfinden die Jobsuche derzeit als frustrierend und unübersichtlich. Besonders häufig nannten sie vier Punkte:
- Fake-Stellenanzeigen: Einige Jobsuchende berichten, dass Unternehmen immer wieder dieselben Stellen ausschreiben, ohne diese offenbar zu besetzen. Erfahrene Bewerbende achten deshalb zunehmend auf Hinweise wie fehlende Gehaltsangaben oder sehr allgemein formulierte Ausschreibungen.
- Das „schwarze Loch“ der Jobbörsen: Viele Talente bewerben sich über LinkedIn, Indeed oder andere Plattformen auf mehrere Stellen und erhalten dennoch keinerlei Rückmeldung.
- Betrugsversuche: Unter anderem beschwerten sich Talente über unerwünschte Nachrichten, unseriöse Stellenangebote und Kontaktaufnahmen durch vermeintliche Recruiter.
- Hohe Bewerberzahlen und KI-optimierte Lebensläufe: Viele Talente empfinden es als entmutigend, bei jeder Stelle mit einer großen Zahl an Bewerbenden zu konkurrieren – insbesondere wenn KI genutzt wird, um Lebensläufe möglichst genau auf die jeweilige Ausschreibung zuzuschneiden.
Auffällig dabei ist: Viele dieser negativen Erfahrungen entstehen bei Bewerbungen über Jobbörsen oder direkt über Karriereseiten von Unternehmen. Diese sinkende Zufriedenheit bietet Staffing-Unternehmen die Chance, sich mit persönlicher Betreuung und verlässlicher Kommunikation stärker von Jobbörsen abzuheben.
Professionelle Personalvermittler präsentieren den Bewerber:innen ausschließlich seriöse Stellenangebote. Sie erkennen auch, welche Talente es ernst meinen. Alle Personalvermittler betonten, dass sie größten Wert darauf legen, regelmäßig mit den Kandidat:innen im Kontakt zu stehen. Da beim Einsatz von KI aufwändige Aufgaben wegfallen, können Recruiter mehr Talente als je zuvor erreichen und persönlich betreuen.
Wöchentlicher Kontakt steigert die Loyalität auf 83 %
Ähnlich wie in den letzten zwei Jahren möchte etwa die Hälfte (55 %) der Befragten mindestens einmal pro Woche von ihrer Personalberatung hören. Tatsächlich findet das nur bei 52 % in dieser Frequenz statt.
Dabei zahlt eine regelmäßige, proaktive Kommunikation direkt auf die Punkte ein, auf die Talente besonders hohen Wert legen: schnelle Rückmeldungen, Orientierung und Unterstützung.
Mehrere befragte Führungskräfte berichten, dass Talente durchaus offen für automatisierte Kommunikation seien – vorausgesetzt, sie erhalten dadurch relevante Informationen zum Stand ihrer Bewerbung.
Damit wird immer deutlicher: Eine gute Candidate Experience entsteht im perfekten Zusammenspiel aus persönlicher Betreuung und dem Einsatz digitaler Tools.
Persönliche Unterstützung schafft Zuversicht
Die bisherigen Ergebnisse zeigen: Zufriedenheit und positive Erfahrungen im Bewerbungsprozess hängen eng mit einer optimistischen Einstellung zusammen. Personaldienstleister können dazu beitragen, indem sie Talenten Orientierung, Verständnis und konkrete Unterstützung bieten.
79 % der Befragten, die dem Einsatz von KI im Recruiting optimistisch gegenüberstehen, würden weiter mit ihrer Personalberatung zusammenarbeiten. Unter den eher pessimistischen Talenten sind es 65 %.
Gerade in einem schwierigen Arbeitsmarkt bleibt der persönliche Mehrwert deshalb entscheidend: Personaldienstleister können Talente nicht nur bei der nächsten Vermittlung unterstützen, sondern ihnen auch helfen, ihre berufliche Entwicklung langfristig zu gestalten. Genau darin liegt ein Vorteil, den reine Jobbörsen in der Regel nicht bieten können.



