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SaaS oder PaaS: Was ist der Unterschied und welche Vorteile sind jeweils geboten?

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Saas und PaaS sind bekannte Begriffe im Softwarebereich. Was ist das genau, welche Vorteile sind jeweils geboten und was passt zu Ihrer Organisation? In diesem Blog lesen Sie mehr über die Entwicklungen von Apps auf webbasierten Plattformen. Zudem geben wir 5 Tipps, die Sie bei der Auswahl eines Softwareanbieters beachten sollten.

Software as a Service (SaaS)

Es ist schon wieder 10 Jahre her, dass das erste iPhone auf den Markt kam. Seitdem haben wir uns immer mehr daran gewöhnt, sogenannte Applikationen (Apps) auf unseren Handys oder Tablets zu installieren. Dieser Trend wurde in den letzten Jahren auch auf dem PC übernommen. Viele Dienstleister haben ihre ‘alten’ Programme, die beim Kunden vor Ort auf dessen Server liefen, auf webbasierte Lösungen umgestellt und bieten die Möglichkeit diese zu hosten. Das nennen wir SaaS (Software as a Service).

Unter der Motorhaube

Wenn Sie eine neue Software auswählen, dann scheint es auf den ersten Blick so, als ob sie alle das gleiche machen. Die eine Software erscheint vielleicht etwas benutzerfreundlicher und die andere bietet einige schönere Funktionalitäten. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass der Erfolg einer Applikation nicht vom Interface oder dieser einen coolen Funktion abhängt. Der Unterschied wird viel mehr unter der sprichwörtlichen Motorhaube gemacht.

Mehrere Schichten

Eine Applikation ist oft aus mehreren Schichten aufgebaut. Einfach gesagt, benötigt man eine Datenbank um Daten zu speichern, eine Schicht mit Geschäftslogik um die Unternehmensprozesse zu steuern und eine Benutzerschnittstelle (das was Sie als Nutzer sehen), um alles einfach zu bedienen. Das letztgenannte kann noch so schön aussehen, aber wenn die Geschäftslogik nicht flexibel ist und die Datenbank nicht mit der Speicherung von zusätzlichen Informationen umgehen kann, dann werden Sie während der Implementierung bemerken, dass Sie doch andere Bedürfnisse und Anforderungen an eine Software haben als zunächst gedacht.

Flexibilität und Skalierbarkeit

Viele Systeme sind in bestimmten Maße flexibel, doch es ist für viele Anbieter nicht ganz einfach ältere Systeme auf neue Plattformen umzubauen. Datenbank und Geschäftslogik müssen Schicht für Schicht ausgetauscht werden, was oft mit einer Millioneninvestition gleichgesetzt werden kann. Deshalb müssen viele Anbieter eine Applikation mit bestehenden Funktionalitäten warten, zusätzlich neue Funktionalitäten entwickeln und zudem das eigene veraltete Framework (Datenbank und Geschäftslogik) warten. Oft hat dies einen negativen Einfluss auf die Flexibilität und Skalierbarkeit der Applikation und die Geschwindigkeit der Weiterentwicklung kann im Vergleich zur Nutzung einer modernen Plattform abgebremst werden.

Microsoft und Google

Die Antwort auf dieses Problem kam u.a. von Lieferanten wie Microsoft (Azure) und Google mit der Google Cloud Plattform. Sie bieten eine schöne flexible Software, womit ein guter Entwickler eine flexible, zukunftsfähige Applikation bauen kann. Der Entwickler sollte allerdings immer noch den Punkten Datenbank, Geschäftslogik und Benutzerschnittstelle Aufmerksamkeit schenken. Wenn ein Kunde beispielsweise mit einem externen Softwareanbieter koppeln möchte, dann muss diese Kopplung extra gebaut werden. Und wenn Sie selbst Felder in der Applikation hinzufügen möchten, dann müssen Sie diese Funktionalität erst entwickeln. Es bietet viel Flexibilität, führt aber auch dazu, dass man zusätzliche Funktionalitäten nicht einfach ‘einschalten’ kann. Zudem muss der Anbieter bei allen zusätzlichen Entwicklungen selbst die (Daten-)Sicherheit der Applikation bewachen.

Platform as a Service (PaaS)

Die oben genannten Beispiele nennen wir Platform as a Service (PaaS). Für Software Unternehmen, die den Schwerpunkt ausschließend auf das Angebot einer flexiblen Applikation mit zusätzlichen Funktionalitäten legen möchten, lohnt es sich über ein PaaS nachzudenken. Anbieter wie Mendix und Salesforce bieten PaaS-Lösungen bei der ganz viel schon ‘out of the box’ verfügbar ist. Einfach gesagt liefern sie eine flexible Datenbank, eine Schicht womit man relativ einfach die Geschäftslogik erstellen kann und Flexibilität im Hinblick auf die Benutzerschnittstelle. Der Vorteil dabei ist, dass ein Entwickler sich hauptsächlich mit der Entwicklung einer Funktionalität für den Endnutzer beschäftigen kann. Ein Nachteil kann darin bestehen, dass manchmal etwas weniger Freiheit geboten ist, da beispielsweise ein Großteil der Benutzerschnittstelle schon feststeht.

(Aus-) Bauen

Platform as a Service

Der allergrößte Vorteil eines PaaS-Anbieters liegt allerdings darin, dass dieser ständig neue Funktionalitäten anbietet, die für den Software Anbieter und letztendlich den Endkunden zur Verfügung gestellt werden. Eine gute PaaS-Plattform kann man deshalb auch mit einer großen Kiste voller Lego-Steine vergleichen, aus der jeder Entwickler sich eine bestimmte Anzahl von Funktionalitäten (Lego-Steinen) heraussucht, um damit seine eigene Applikation (Haus) zu bauen. Funktionalitäten die hinzugefügt werden können sind beispielsweise Business Intelligence und Reporting Funktionalitäten.

Komplementär

Was in unseren Augen eine gute PaaS-Plattform ausmacht ist, dass mehrere Softwareanbieter auf derselben Plattform entwickeln, die komplementär zueinander sind. Diese Apps können dann ganz einfach miteinander integriert werden, wobei sogar die Benutzeroberfläche gleich ist. Der Endnutzer bemerkt dann eigentlich gar nicht, dass er technisch gesehen gerade mit zwei oder mehreren Apps von unterschiedlichen Anbietern arbeitet.

Integration

Nehmen wir ein Beispiel aus unserem eigenen Fachgebiet: Sie können als Recruiter bei einem Personalvermittler in der Connexys Recruiting Applikation (die auf der Salesforce aufgebaut ist) nicht nur Kandidatendaten, sondern auch Kundendaten einsehen. Die Kandidatendaten kommen aus der Recruiting Applikation, die Kundendaten aus der Salesforce CRM Applikation. Beide brauchen nur einmal eingegeben zu werden, Daten werden nirgendwo doppelt registriert und dennoch sind sie aus den unterschiedlichen Applikation heraus aufrufbar und sichtbar. Sie könnten anstelle der CRM Applikation genauso gut einen Anbieter von Persönlichkeitstests oder ein Buchhaltungssystem integrieren. Sie haben alles auf ein Blick verfügbar.

Fünf Fragen, die Sie beim Erwerb einer neuen Software beachten sollten

Falls Sie darüber nachdenken eine neue Software zu erwerben, dann sollten Sie diese Fünf Fragen beachten:

  1. Entwickelt der Anbieter seine Software auf einer zukunftsfähigen Plattform oder auf Software, die selbst entwickelt wurde und was schon länger als fünf Jahre alt ist?
  2. Suchen Sie eine Stand-alone-Lösung, mit der Sie einen oder zwei Prozesse steuern können oder suchen Sie eine Applikation, die die Möglichkeit bietet über andere Anbieter mehrere Unternehmensprozesse zu unterstützen?
  3. Wie passt die Applikation in die IT-Landschaft Ihrer Organisation?
  4. Wo liegen die Grenzen der Flexibilität der Applikation? Wie einfach kann eine andere Applikation gekoppelt werden? Fragen Sie immer nach einem Proof of Concept (POC).
  5. Wo werden die Daten des Anbieters gespeichert und wie wird mit Verschlüsselung und Datenschutz umgegangen?

Eine gut durchdachte Entscheidung treffen

Gehen Sie bei der Entscheidung für ein neues Bewerbermanagementsystem planmäßig vor. Um Sie bei der Auswahl des perfekten Systems für Ihre Organisation zu unterstützen, haben wir ein unabhängiges E-Book erstellt: In zehn Schritten ein CRM Bewerbermanagementsystem auswählen. Möchten Sie mehr zu SaaS, PaaS und die beste Option für Ihre Organisation erfahren? Nehmen Sie gerne Kontakt auf für ein persönliches Beratungsgespräch.