Steigt oder fällt die Zahl der Stellenaufträge? Und was ist erforderlich, um diese zu besetzen? Jeden Monat analysiert Bullhorn anhand eigener Daten wichtige Kennzahlen, um Veränderungen in der globalen Staffing-Landschaft aufzuzeigen. Informiere dich zu Beginn jeden Monats über die aktuellsten Trends bei der Vermittlung von Festangestellten und Zeitarbeitnehmenden.
Monatsende 31. Juli 2026 Zuletzt aktualisiert 11. August 2026
Sommerflaute dämpft die Einstellungsaktivität – erste Anzeichen einer breiteren Abkühlung
Im Juli hat sich der Staffing-Markt in Nordwesteuropa deutlich verlangsamt. Saisonale Effekte dürften zu diesem Rückgang beitragen, da sowohl bei Festanstellungen als auch in der Zeitarbeit die Einstellungsaktivität nachließ. Die Kombination aus weniger Stellenaufträgen, rückläufigen Fill Rates im Monatsvergleich und mehr Kandidateneinreichungen pro Stellenauftrag deutet jedoch darauf hin, dass auch die allgemeine Marktlage zur Abschwächung beitragen könnte.
Die Zahl der Stellenaufträge für Festanstellungen pro Recruiter sank gegenüber Juni um -22 % und lag -24 % unter dem Vorjahresniveau. Während die Sommer- und Urlaubszeit die Einstellungsaktivität üblicherweise dämpft, deutet das Ausmaß des Rückgangs auf einen zurückhaltenderen Markt hin. Die Fill Rate für Festanstellungen lag weiterhin +6 % über dem Juli 2025, ging gegenüber Juni 2026 jedoch zurück. Gleichzeitig stieg die Zahl der Kandidateneinreichungen pro Stellenauftrag von Juni auf Juli um +15 %. Das deutet darauf hin, dass Recruiter bei nachlassender Nachfrage mehr Kandidat:innen pro Vakanz vorstellen mussten.
In der Zeitarbeit zeigte sich ein ähnliches Bild. Die Zahl der Stellenaufträge sank gegenüber Juni um -9 % und lag -6 % unter dem Niveau von Juli 2025. Die Fill Rate in der Zeitarbeit blieb +6 % über dem Vorjahreswert, ging im Monatsvergleich jedoch leicht zurück. Gleichzeitig reichten Recruiter +5 % mehr Kandidat:innen pro Stellenauftrag ein als im Juni – ein Hinweis auf einen steigenden Recruiting-Aufwand bei nachlassender Nachfrage.
Insgesamt entsprechen die Juli-Daten dem saisonalen Rückgang, der typischerweise in den Sommermonaten zu beobachten ist. Es ist jedoch noch zu früh, die Entwicklung ausschließlich auf saisonale Effekte zurückzuführen. Auch die allgemeine wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheit könnte zu einer schwächeren Einstellungsnachfrage beitragen. Die Fill Rates liegen weiterhin über dem Vorjahresniveau und zeigen damit eine gewisse Widerstandsfähigkeit. Die Kombination aus rückläufigen Stellenaufträgen, sinkenden Fill Rates im Monatsvergleich und mehr Kandidateneinreichungen pro Vakanz sollte in den kommenden Monaten jedoch weiter beobachtet werden.
Saisonale und allgemeine Marktbedingungen führen im Juli zu weniger Stellenaufträgen
Fill Rates bleiben trotz Rückgang im Monatsvergleich über dem Vorjahresniveau
Recruiter reichen bei sinkender Nachfrage mehr Kandidat:innen pro Stellenauftrag ein
Methodik
Die Kennzahlen für den DACH Hiring Outlook wurden auf der Grundlage von Bullhorn-ATS-Daten für nordeuropäische Kunden berechnet, die der Weitergabe aggregierter Daten zugestimmt hatten. Zu Nordeuropa zählen: Deutschland, Österreich, die Schweiz, Frankreich, Belgien, die Niederlande, Luxemburg, Schweden, Norwegen, Finnland und Dänemark. Die Kunden wurden entweder dem „Professional“- oder dem „Commercial“-Sektor zugeordnet – je nachdem, ob der Großteil ihrer Vermittlungen in diesen Bereichen erfolgte. Vermittlungen auf Zeit- oder Vertragsbasis (Temporary/Contract) sind definiert als solche mit einem festen Enddatum; Festanstellungen bzw. Direktvermittlungen (Permanent/Direct Hire) sind solche ohne einem festen Enddatum.
Die Anzahl der Stellenaufträge pro Recruiter errechnet sich aus dem Volumen der erstellten Stellenaufträge, geteilt durch die Anzahl der eindeutigen Benutzer im jeweiligen Kalendermonat.
Die Vermittlungsquote wird als der Anteil der Stellenaufträge berechnet, die innerhalb von 90 Tagen nach ihrer Veröffentlichung besetzt wurden. Hierbei handelt es sich um einen nachlaufenden Indikator, der Stellenaufträge berücksichtigt, die drei Kalendermonate vor dem betrachteten Zeitraum erstellt wurden.
Die Anzahl der Bewerbungen pro Stellenauftrag errechnet sich aus dem Volumen der Kandidatenbewerbungen, geteilt durch das Volumen der Stellenaufträge im betrachteten Zeitraum. Diese Kennzahl bezieht sich auf Stellenaufträge, die im vorangegangenen Monat erstellt wurden.