Exklusiv, offen, auf Augenhöhe: Ein Rückblick auf das Bullhorn Executive Lunch München
Es gibt Formate, die funktionieren gerade weil sie klein sind. Acht Geschäftsführer:innen aus der Personaldienstleistungsbranche und Bullhorn-Kunden sitzen an einem langen Tisch in München – ohne Publikum und ohne Bühne. Was an diesem Mittwochmittag im März 2026 entstand, war kein Panel und kein Webinar, sondern ein Austausch unter Peers, der in dieser Offenheit selten möglich ist.
Bullhorn hatte zum Executive Lunch geladen. Ziel war es, einen Raum zu schaffen für die Gespräche, die im Tagesgeschäft oft zu kurz kommen. Von einer aktuellen Markteinordnung über KI und neue Technologien bis hin zur ehrlichen Frage, was gerade funktioniert – und was nicht.
Zwischen Talsohle und Aufbruch
Den Einstieg zum Business Executive Lunch übernahm Thomas André Sola, Verbandsvorsitzender von APSCo Deutschland und Herausgeber des Newsletters Staffingpreneur, mit einer Analyse der aktuellen Marktlage. Sein Ton war so direkt wie die Lage es verlangt: „Als ich Anfang März angefangen habe, die Marktlage zu schreiben, war sie sehr positiv. Jetzt, zwei Wochen später, ist die Lage so wie die Krokusse im Garten. Sie sind vom Schnee überdeckt.“
Sola zeichnete ein differenziertes Bild. Die Staffing-Branche befindet sich in einem zyklischen Abschwung, aber keinem strukturellen Kollaps. Die bekannte Korrelation zwischen BIP-Wachstum und Staffing-Markt gilt nach wie vor, mit dem entscheidenden Unterschied: Der Markt reagiert zeitverzögert, mit drei bis sechs Monaten Abstand auf Bewegungen am Arbeitsmarkt. Wer in der Arbeitnehmerüberlassung tätig ist, spürt den Druck bereits. Wer im White-Collar-Bereich vermittelt, folgt.
Besonders aufschlussreich war der Blick auf einzelne Skill-Segmente. Vermittler von Software-Developern etwa haben rund 50 % ihres Marktvolumens verloren. Legal Recruiting steht ebenfalls unter Druck – mit Abstrahlungseffekten auf weitere spezialisierte Bereiche.
Auf der anderen Seite gibt es aber auch Gewinner: Wachstumsfelder wie Defense, die öffentliche Hand, der Halbleitermarkt und der Bereich Human Resources – letzterer mit einem der stärksten Zuwächse bei Festanstellungsausschreibungen. Kein schlechtes Signal für eine Branche, die genau dort ihre Spezialisierung aufgebaut hat.
Der anhaltende Trend zu internem Recruiting in Großunternehmen dämpft zwar die externe Nachfrage, öffnet aber zugleich neue Felder. Embedded Recruiting, RPO-Lösungen und ergebnisorientierte Modelle wie Statement of Work wurden in der Runde als konkrete strategische Optionen diskutiert. Kein einfacher Weg, aber ein gangbarer für Personaldienstleister, die näher an den Endkunden rücken wollen.
Daten, KI und die Realität des deutschen Markts
Nach dem Mittagessen übernahm die Gruppe das Wort. Roman Vonderhecken, Key Account Manager bei Bullhorn, stellte eine entscheidende Frage in die Runde: Wie planen die Teilnehmenden, sich technologisch aufzustellen, um dem flachen Markt entgegenzuwirken?
Was folgte, war keine Runde voller Euphoriker. Die Anwesenden kennen den Markt, kennen ihre Systeme – und kennen die Lücke zwischen dem, was KI verspricht, und dem, was im deutschen Alltag eines Personaldienstleisters tatsächlich funktioniert. Ein Satz brachte es auf den Punkt: „Die Datengrundlage, auf die die KI zugreift, ist halt miserabel.“
Jetzt Leitfaden zur Datenhygiene herunterladen
Die Aussage war kein Vorwurf, vielmehr eine Diagnose aus der eigenen Erfahrung. Denn bevor Automatisierung, intelligentes Matching oder KI-gestützte Kandidatenkommunikation greifen können, braucht es saubere, strukturierte und gepflegte Daten im System.
Wer 40.000 Kandidatendatensätze hat, von denen ein Großteil unvollständig oder veraltet ist, erzielt auch mit der besten KI-Lösung nur suboptimale Ergebnisse. Datenqualität und die Frage, welche Systeme miteinander sprechen, sind keine technischen Randthemen. Sie sind die Voraussetzung für alles, was danach kommt.
Hinzu kommt die deutsche Besonderheit: Datenschutz und DSGVO schaffen Rahmenbedingungen, die in anderen Märkten so nicht existieren. Was in den USA oder Großbritannien längst Standard ist – etwa das automatische Transkribieren von Recruiting-Gesprächen ins ATS – erfordert hierzulande sorgfältige rechtliche Absicherung. Die Teilnehmenden waren sich einig: Das ist kein Argument gegen KI, sondern ein Argument dafür, sie richtig einzusetzen.
Was Bullhorn einbringt – und was noch kommt
Roman gab einen konkreten Ausblick auf die Produktentwicklung: Bis Sommer werden Funktionen verfügbar sein, die bisher nur in englischsprachigen Märkten existierten – darunter die automatische Übernahme von Gesprächsnotizen aus Teams oder Zoom direkt in das Bullhorn-System. Das Kernversprechen bleibt dabei dasselbe: Recruiter sollen sich auf die Gespräche konzentrieren können, die wirklich zählen. Die Vorarbeit übernimmt das System.
Ein Wunsch wurde in der Diskussion besonders deutlich: Personaldienstleister suchen keinen Softwareanbieter, der eine Lösung liefert und wieder geht. Gefragt ist ein Partner wie Bullhorn, der gemeinsam die richtige Architektur entwickelt – einer, der das Tagesgeschäft von Staffingunternehmen wirklich versteht. Genau darin liegt das Ziel dieses Formats.
Das Executive Lunch in München war der Auftakt einer exklusiven Event-Serie für Bullhorn-Kunden. Du möchtest das nächste Mal dabei sein? Schicke einfach eine E-Mail mit dem Betreff „Executive Lunch“ an alexandra.hofmann@bullhorn.com.