KI, Marktlage und offene Gespräche: Rückblick auf die Bullhorn Business Executive Lunches in Düsseldorf und Berlin
Bild von links nach rechts: Miriam Schlüter (Bullhorn), Moritz Blume (Upscale Advisory GmbH), Mehmet Hassan (Apex Staffing GmbH), Alenka Mladina (inspirezz), Markus Gresser (ifp), Greta Salewski (ONE HIRING)
Was macht ein gutes Executive Lunch aus? Keine Hochglanzpräsentation, kein Verkaufsgespräch, sondern der Raum, unter Peers wirklich offen zu reden. Genau das war wieder das Ziel, als wir im Frühsommer gleich zweimal eingeladen haben: im Mai nach Düsseldorf und im Juni nach Berlin. Zwei Städte, zwei Themen, und jedes Mal die gleiche Erkenntnis: Die besten Impulse kommen aus dem persönlichen Gespräch. Wer den Rückblick auf unser erstes Executive Lunch in München noch nicht gelesen hat, findet ihn hier.
Düsseldorf, 12. Mai 2026: Wie weit ist die Branche wirklich mit KI?
Als Speakerin hatten wir Alenka Mladina von inspirezz eingeladen, die sich seit Jahren auf KI-Strategie und Sichtbarkeit in der Personaldienstleistungsbranche spezialisiert hat. In ihrer Präsentation „KI im Staffing: Strategie, Sichtbarkeit & Zukunft“ ging es um vier Faktoren, die darüber entscheiden, ob KI im Unternehmen wirklich wirkt: eine klare KI-Strategie, ein neues Rollenverständnis für Recruiter:innen, der gezielte Einsatz von Tools und etwas, das viele noch nicht auf dem Schirm haben: KI-Sichtbarkeit.
Was dahintersteckt: Personaldienstleister werden heute zunehmend nicht mehr nur über Google gefunden, sondern über KI-Systeme wie ChatGPT oder Perplexity empfohlen. Wer dort nicht sichtbar ist, verliert potenzielle Kunden und Kandidat:innen, bevor der erste Kontakt überhaupt stattgefunden hat.
Copyright: Alenka Mladina, inspirezz
Die Zahlen aus aktuellen Studien sprechen für sich: 95 % der KI-Pilotprojekte scheitern, weil sie ohne Strategie gestartet werden. 64 % der Unternehmen haben noch keine KI-Strategie. Auf der anderen Seite springen 54 % der Kandidat:innen ab, wenn Bewerbungsprozesse zu langsam sind. Das ist genau der Punkt, an dem KI bei der Kandidatengewinnung den größten Unterschied machen kann.
In der anschließenden Diskussion zeigte sich die eigentliche Spannung. Bei einem Personaldienstleister am Tisch waren Team und Geschäftsführung grundverschiedener Meinung: Die Mitarbeitenden wollten mehr KI integrieren, der CEO war noch nicht überzeugt. Woanders setzte man weiterhin stark auf wöchentliche E-Mail-Shots als Hauptkommunikationskanal, ein bewährter Ansatz, aber weit entfernt von dem, was KI-gestützte, personalisierte Ansprache heute leisten kann.
Gerade die unterschiedlichen Perspektiven auf KI haben den Austausch so spannend gemacht: Manche Teams wollen schneller vorangehen, andere Unternehmen setzen noch stark auf bewährte Wege. Genau daraus sind sehr offene und wertvolle Gespräche entstanden.
– Miriam Schlüter, Bullhorn
Gleichzeitig wurde deutlich: Viele Personaldienstleister haben längst erkannt, dass KI ein wichtiger Meilenstein für die Zukunft ihrer Unternehmen ist. Doch zwischen Erkenntnis und Umsetzung liegt oft noch eine große Lücke. Häufig fehlt eine klare Strategie, und gerade im Change Management besteht noch Nachholbedarf. Viele Unternehmen schauen weiterhin sehr stark auf einzelne Features, wie sie es von früheren Software-Erneuerungen gewohnt sind. Bei KI geht es jedoch um mehr als neue Funktionen: Es geht um einen strategischen Wandel, der Prozesse, Rollenverständnis und Produktivität grundlegend verändern kann.
Der Business Executive Lunch in Düsseldorf war deshalb geprägt von sehr konkreten Umsetzungsfragen: Welche Möglichkeiten bietet KI konkret im Alltag von Personaldienstleistern? Wo lohnt sich der Einstieg? Wie nimmt man Teams mit? Und wie sorgt man dafür, dass Technologie nicht nur eingeführt, sondern auch wirklich genutzt wird? Die Gespräche machten deutlich, wie groß der Bedarf an Austausch, Orientierung und praktischer Einordnung ist. Dieser Business Executive Lunch zeigt eine Branche, wie sie wirklich ist: neugierig, skeptisch, suchend. Und genau dafür sind diese Lunches gemacht.
Berlin, 22. Juni 2026: Besser als gefühlt?
Sechs Wochen später in Berlin kamen erneut Geschäftsführer:innen von kleinen bis zu international tätigen Staffing-Unternehmen zusammen. Als Speaker hatten wir Thomas André Sola, Branchenverbandsvorsitzender von APSCo Deutschland und Staffingpreneur eingeladen, mit einem Marktüberblick, den viele in der Runde gebraucht hatten.
Seine zentrale Botschaft: Der aktuelle Abschwung in der Staffing-Branche ist zyklisch. So folgt die Personaldienstleistung dem BIP typischerweise mit ein bis zwei Quartalen Verzögerung. Die aktuellsten Indikatoren zeigen dabei einen erfreulichen Trend aufwärts. Die Erleichterung am Tisch war direkt spürbar.
In der Branche macht sich aktuell ein Gefühl breit, dass es gerade ein Stückchen besser wird. Noch nicht massiv, aber die Kunden rufen wieder an, melden sich zurück und Vermittlungsprozesse laufen wieder.
– Thomas André Sola, APSCo Deutschland
Allerdings zeichnete Thomas André Sola ein differenziertes Bild. Nicht alle Segmente erholen sich gleich: Defence und Healthcare stehen vergleichsweise solide da, während die IT- und Rechtsexperten-Vermittlung noch mit Gegenwind kämpft. Berlin ist dabei eine eigene Geschichte, die Hauptstadt zeigte zuletzt das größte Wachstum an Stellenanzeigen im Vergleich zu vielen anderen Regionen in Deutschland.
Was dann folgte, war eine der offensten Diskussionen der bisherigen Lunch-Reihe. KI im Staffing-Alltag, zwischen konkretem Einsatz und gesunder Skepsis gegenüber neuen Tools. Die Frage, wie Vertriebskultur funktioniert, wenn das Team hybrid arbeitet. Und das Thema, das viele beschäftigt: Wie gewinnt man heute Kandidat:innen, die sich wirklich committen?
Von links nach rechts: Alenka Mladina (inspirezz), Roman Vanderhecken (Bullhorn), Alexander Goldman (ForTech Consulting), Christiane Hauk (RM IT), Leonard Eisenberg (Techpunk) und Patrick Jacobi (headmatch), Richard Goldhahn (Cobalt Deutschland), Thomas André Sola (APSCo Deutschland)
Besonders spannend war dabei die Vielfalt der Perspektiven: kleinere und größere Unternehmen, jüngere und etablierte Personaldienstleister, unterschiedliche Geschäftsmodelle und sehr verschiedene Reifegrade beim Thema KI. Während einige bereits konkrete Anwendungsfälle testen oder umsetzen, stehen andere noch ganz am Anfang und wägen sorgfältig ab, welche Rolle KI künftig in ihrem Unternehmen spielen soll.
Gerade weil die Meinungen zum Thema KI weiterhin auseinandergehen, entstehen besonders wertvolle Gespräche. Zwischen Begeisterung, Vorsicht und praktischen Fragen wurde deutlich, wie wichtig der Austausch unter Peers ist. Denn wenn sich Technologien, Erwartungen und Arbeitsweisen so rasant verändern, geht es nicht nur um die Frage, welches Tool eingesetzt wird. Entscheidend ist, was kurzfristig sinnvoll ist, was strategisch relevant wird und welche Veränderungen intern begleitet werden müssen, damit KI nicht als Einzelprojekt verpufft?
Bullhorn bietet zum Beispiel Screening Agents in den USA, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Wenn ich das mit unseren deutschen Kunden bespreche, heißt es: Da kann kein Kandidat, kein Kunde damit arbeiten. Die Datenschutzthematik ist auch kulturell bedingt.
– Roman Vonderhecken, Bullhorn
Auch direktes Feedback zu Recruiting-Technologien kam auf den Tisch: was bereits gut funktioniert, wo noch Unsicherheit besteht und an welchen Stellen die Lücke zwischen Automatisierungen und gelebtem Alltag noch groß ist. Die Diskussion machte deutlich, dass KI in der Personaldienstleistung nicht allein über einzelne Funktionen bewertet werden kann. Solche Rückmeldungen sind für uns bei Bullhorn sehr wichtig. Unsere Software soll den Alltag erleichtern und mit Bullhorn Amplify bieten wir einen Prozess, der KI bei jedem Schritt integriert, damit Personalberater:innen mehr Zeit für das wirklich Wichtige gewinnen: die persönliche Arbeit mit Kunden und Kandidat:innen.
Ausblick auf die nächste Runde mit Amplify Digital Workers
Ob KI-Strategie oder Marktlage: Die Themen bleiben. Und die Gespräche an diesen Tischen auch. Die nächsten Business Executive Lunch Termine zu unseren neuen Digital Workers sind für September und November geplant und drehen sich um die neuen Amplify Digital Workers von Bullhorn. Als Kunde erhältst du alle Details direkt von deinem Account Manager. Wenn dein Zeitarbeitsunternehmen oder Personalvermittlung noch kein Kunde von Bullhorn ist, kannst du dich direkt über das Kontaktformular für die Events anmelden.